Eingesandt von Eberhard Schmidt OMt d. R. (43)
Sylvester 1982/83
Als Rotarsch an Bord hatte ich natürlich Wache. Der Befehl lautete: pünktlich zum Jahreswechsel auf allen Booten:1 Minute lang das Typhon blasen. Ich war zeitig auf der Brücke und betätigte Schlag Mitternacht den Schalter für das Typhon.Nach einer Minute ließ ich los, aber die blöde Tröte verstummte nicht. Auf allen anderen Booten zeigte man mir einen Vogel,während ich durch mehrmaliges Klopfen und Drücken des Schalters für Ruhe sorgen wollte. Nach ca. einer Minute vergeblicher Mühe rannte ich in den Maschinenraum und drehte die Luftflasche zu. Jetzt war Ruhe.Ursache für das Spektakel war ein eingefrorenes Luftventil, weil die Typhonheizung ausgefallen war............
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 Auszug aus einem Jahrbuch der Marine Anfang der 60er Jahre:
"Minen im Planquadrat 2877"..wenn dieser Funkspruch empfangen wird, beginnt die gefahrvolle Arbeit der kleinen Boote.Praktisch vollzieht sich jeder Räumeinsatz unter Ernstfallbedingungen,denn die hochempfindlichen Sprengladungen machen keinen Unterschied zwischen kriegerischem und friedensnahem Räumdienst.Langes Liegen in der salzhaltigen See hat ihre Zünder noch empfindlicher werden lassen.Dabei weiß niemand genau,wie groß die Zahl der Minen ist,die in der Nord und Ostsee noch lauern."Gerät ausbringen".....das Kommando löst geübte Handgriffe aus.Die große Winde arbeitet,
Kabel und Trossen verschwinden im quirlenden Heckwasser des Bootes,Ottern und Scherdrachen werden ausgebracht,mit kleinen Umdrehungen machte der Suchverband Fahrt voraus......................
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1.Geschichte: Auslaufen Richtung Oostende. Es ging zur ÜAG. Wir mussten unter der Fehmarnbrücke durch. Von weit weg sieht das tolle Stück recht niedrig aus. Somit wurde einer Rotarsch-Ziege befohlen mit einem großen Kugelfender in den Mast hochzusteigen und und den Fender gut gegenzuhalten wenn die Brücke kommt, damit auch nichts passiert......Als wir uns dann angenähert haben, sah man es immer klarer dass die Spica ja möglicherweise mehr als 2 mal da in der Höhe durchpasst. Sogar der Ziege ist das langsam klar geworden. Das große Problem war, dass der arme Kerl nicht wusste wie er mit dem Kugelfender wieder runterkommen kann. Irgendwie ging das nicht. Dann hat er den Kugelfender losgelassen und der ist voll auf die Richtsäule geknallt. Die war natürlich verstellt. Die Leuchtspur ist danach mit aller Sicherheit voll danebengegangen, jedes mal.
Im Log stand: Richtsäule in schwerer See verstellt......
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2. Geschichte: in Beziehung zu dem Tiefflugfoto der Phantom:
Es war eine Gegeneinladung an die Luftwaffe. Sie kamen in Flensburg an Bord. Einer davon hat sich an der Backbordseite der oberen Brücke recht wohl gefühlt. Es ging ja noch ganz gemütlich, jedoch war angesagt dass es draußen 'fetzt'. Auf der Höhe von Kalkgrund ging's dann los. Dem Flieger sind langsam die Augen aus dem Kopf gekommen und er musste öfters schlucken so dass es auffiel. Plötzlich, während einem Gespräch mit Ihm auf der Brücke, wurden ganz schnell seine Augen groß und die Wangen dick. Er drehte sich um und hat voll runtergekotzt. Leider ist in diesem Augenblick gerade der STO aus dem Kreuzgang rausgekommen. Der hat den Mageninhalt vom Flieger voll in den Nacken gekriegt. Ehrlich gesagt, wir wussten nicht ob wir da lachen dürfen.......Der Pilot auf dem Foto ist genau dieser Weltmeister im Kotzen. Ein reiner Racheakt, beim Überflug auf der Höhe der Spica hat er dann den Nachbrenner voll reingeknallt, das hat vielleicht in den
Ohren gedröhnt........

Freundliche Grüsse an EUCH ALLE,
Dietmar